Olivia Rosenthal

Wir sind nicht da, um zu verschwinden

„Manchmal kentert mein Gedächtnis. Es ist wie ein schwarzes Loch …“

Ein Mann attackiert seine Frau mit gezielten Messerstichen. Als die Polizei ihn stellt, will er sich an nichts mehr erinnern können … Was nach einer Kriminalanekdote klingt, erweist sich als bittere Wahrheit: Der Täter leidet an ein Alzheimer. Anhand seins Schicksals wirft Olivia Rosenthal tiefgreifende Fragen auf: Was verbindet uns mit anderen Menschen und mit der Welt? Was bleibt, wenn das Gedächtnis erlischt, wenn das Bewusstsein, die Seele, die Identität schwinden? Wie lebt es sich als eine Figur des Nichts – als Betroffene, als Angehörige, Pflegende, als soziales Umfeld?

Olivia Rosenthal geht diese existenziellen Themen frontal an und nimmt sich selbst nicht aus. Sie wirft Brandsätze in unsere Gewissheiten. Ihr aus vielen Stimmen und Perspektiven komponierter Text geht unter die Haut. Er fordert auf, nicht die Augen zu verschließen vor dem, was schlimmstenfalls möglich wäre. Und siehe da, Rosenthals Konfrontation mit dem schwarzen Loch des Gedächtnisverlusts schenkt auf besondere Weise Lebensenergie zurück.

 

Olivia Rosenthal, 1965 in Paris geboren, schreibt Romane und Theaterstücke, darüber hinaus veranstaltet sie Performances. Die Autorin, deren jüdisch-polnischer Familienhintergrund auch nach Frankfurt am Main verweist – was sie in »Wir sind nicht da, um zu verschwinden« ebenfalls thematisiert –, unterrichtet Literatur an der Universität Paris VIII. Für ihren Roman  wurde sie in Frankreich mit dem „»Prix Wepler«, dem »Prix Pierre Simon Éthique et Société«  sowie dem deutsch-französischen Candide-Preis ausgezeichnet. Rosenthal ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017 mit Gastland Frankreich.

 


Wir sind nicht da, um zu verschwinden
Ulrike Helmer Verlag
Olivia Rosenthal
Wir sind nicht da, um zu verschwinden
Hardcover mit Sonderausstattung
197 Seiten
Preis20,00 EUR
ISBN978-3-89741-402-0

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