Hans Thill

Dunlop

roughbook 035

Die Gedichte in Hans Thills neuem Band finden ihr Ausgangsmaterial in anderen Dichtern. Thill hält die Sprache von Petrarca und John Donne, Paul Fleming, Georg Trakl, Daniel Heinsius und Hölderlin in der Hand, schnuppert die Schrift, die Bilder, die Wendungen, die Musik und schließt mit ihnen Bekanntschaft, nicht durch Übersetzung, sondern durch Fortführung. Kenntnisnahme durch Sprache – darin ist Hans Thill ein Akrobat. Sein Schwindelgefühl wird unser Schwindelgefühl. Als Oskar Pastior 33 Gedichte von Petrarca zu den seinen machte, schrieb er von dem Reiz, »unter die Kuppel einer fremden Sprache zu treten, sozusagen in einen Raum, in dem die Eigengeräuschlichkeit deutlich wird.« Hier ist es ähnlich. Hans Thill ergeht sich in wilden Assoziationen und ureigenen Geräuschen, zeigt Irreverenz gegenüber den »Meistern« und hebt doch ihre schimmernden Schätze, übertölpelt sich und erfrischt uns. So birgt der typographisch raffinierte Band eines der schönsten Sprachprojekte der letzten Jahre.

(Joachim Sartorius, Lyrikempfehlung 2017 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung)

 


Dunlop
Engeler-Verlag
Hans Thill
Dunlop
roughbook 035
102 Seiten
Preis15,00 EUR
ISBN978-3-906050-12-6

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